„Wer die Wahl hat, hat die Qual.“ So besagt es schon ein altes Sprichwort. Und genauso erleben es viele Unternehmer oder Personalverantwortliche, wenn sie die passenden Kanäle für das Employer Branding auswählen. Geht es Ihnen auch so? Wenn ja, ist das kein Wunder. Denn die Auswahl erscheint riesengroß. Alleine im Online-Bereich eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten. Hinzu kommen weitere offline, in der realen Welt.

Wie gehen Sie nun aber idealerweise vor, wenn Sie sich für Ihre Employer-Branding-Kanäle entscheiden? Die folgenden vier Fragen helfen Ihnen, zumindest eine erste Auswahl zu treffen. Die Erfahrungen in der Praxis werden dann später zeigen, wo Änderungsbedarf besteht oder ob Feinjustierungen nötig sind.

Welche Kanäle nutzen die gesuchten Fachkräfte?

Erfolgreich kann Ihr Employer Branding nur wirken, wenn Sie auf den Kanälen vertreten sind, die auch die Ihre Wunschmitarbeiterinnen und -mitarbeiter bevorzugt nutzen. Nur dann können diese Ihr Unternehmen tatsächlich entdecken. Das muss nicht zwingend auf Facebook sein, auch wenn Sie darüber heute natürlich sehr viele Menschen erreichen. Wenn Sie vor allem Auszubildende suchen, könnte zum Beispiel auch Snapchat ein wichtiger Kanal für Sie sein. Oder wenn Sie wollen, dass Journalisten über Ihr Unternehmen und seine Angebote im Personalbereich berichten, ist vielleicht Twitter die erste Wahl. Nicht zu vernachlässigen sind auch XING und LinkedIn.

Bevor Sie die am besten für Ihre Ziele geeigneten Employer-Branding-Kanäle auswählen, gilt es also zu recherchieren. Hilfreich ist dabei zuerst einmal der Blick in die Nutzerstatistiken der einzelnen Plattformen. Auch der Blick auf die Aktivitäten von Wettbewerbern gibt Ihnen oft interessante Hinweise. Und schließlich bringt Sie die direkte Frage an Ihre Mitarbeiter weiter. Denn meist können Sie davon ausgehen, dass viele von Ihnen sich bereits auf den für Ihr Berufsfeld interessanten Kanälen bewegen.

Auf welchen Kanälen sind Ihre Mitarbeiter aktiv?

Doch nutzen Sie Ihre aktuellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur als Hinweisgeber bei der Recherche. Sinnvoll ist es, sie auch in Ihr Employer Branding einzubinden – jedenfalls wenn sie bereit dazu sind. Denn wer wäre besser geeignet, aus dem Arbeitsumfeld bei Ihnen im Unternehmen zu berichten als Ihr Team? Profitieren können Sie dabei außerdem von bereits bestehenden Netzwerken mit möglicherweise vielen Kontakten und von der Erfahrung Ihrer Mitarbeiter auf den jeweiligen Plattformen.

Natürlich funktioniert das nur, wenn Sie die Employer-Branding-Kanäle auswählen, die Ihr Team aktiv nutzt. Dann fällt es Ihren Mitarbeitern leicht, wenn es passt, interessante Meldungen aus dem Unternehmen über die eigenen Kanäle weiterzuverbreiten. Eine Alternative ist aber auch, dass einzelne Mitarbeiter eigene Beiträge zum Unternehmenskanal beisteuern oder diesen zeitweise übernehmen und dort eine eigene Story präsentieren. Damit die Inhalte Ihren Vorstellungen entsprechen, sollten Sie jedoch zumindest den Rahmen vorab besprechen. Eine große Hilfe sind außerdem Guidelines, die die gewünschten Aktionen auf den verschiedenen Kanälen sowie Ihre Anforderungen beschreiben und Ihrem Team dadurch Sicherheit für seine Aktivitäten geben.

Welche Kanäle bevorzugen Sie selbst?

Nicht jeder Unternehmer und nicht jede Personalverantwortliche fühlt sich auf allen Kanälen wohl. Wenig sinnvoll ist es dann, wenn Sie für Ihr Employer Branding genau diese auswählen. Denn wo wir ungern aktiv sind, werden wir in der Regel eher stumm bleiben. Die Wirkung wäre entsprechend gering. Für Sie folgt daraus: Entscheiden Sie sich für die Plattformen, die Sie ansprechen und auf denen Sie gerne posten – und die Sie eventuell in anderem Zusammenhang schon nutzen. Und vielleicht mögen Sie auch weitere Kanäle ausprobieren? Immerhin kann sich eine ursprüngliche Abneigung umkehren, wenn Sie mit den Gepflogenheiten dort vertraut sind.

Mögen Sie nun aber ausgerechnet die Plattformen nicht, die Ihre Wunschkandidatinnen und -kandidaten stark nutzen – und ändert sich dies auch durch Ausprobieren nicht –, sollten Sie das Employer Branding dort delegieren. Beauftragen Sie einen Mitarbeiter damit, der dies gerne übernehmen würde, engagieren Sie einen Freiberufler oder eine Agentur für diese Aufgabe. Auch so sichern Sie Ihre Präsenz auf den entscheidenden Kanälen.

Wie viel Zeit haben Sie für Ihre Employer-Branding-Kanäle zur Verfügung?

Neben den Vorlieben für einzelne Kanäle ist bei deren Auswahl ein weiterer Faktor entscheidend: Ihre Zeit. Wie viel Zeit können Sie für Ihr Employer Branding auf den unterschiedlichen Plattformen investieren? Die Antwort auf diese Frage bestimmt natürlich weniger darüber, welche Kanäle Sie für Ihr Employer Branding auswählen. Sie entscheidet vor allem über deren Anzahl. Denn auch wenn der Zeitaufwand für einzelne Plattformen durchaus unterschiedlich sein kann, so erfordern alle einen gewissen zeitlichen Einsatz.

Sinnvoll ist es daher, mit dem für Sie und Ihr Unternehmen wichtigsten Kanal zu beginnen. Weitere nehmen Sie hinzu, sobald Sie damit vertraut sind. Nutzen sollten Sie dabei Tools, die Ihnen zumindest die Planung Ihrer Veröffentlichungen erleichtern. Und wenn Sie Ihre Aktivitäten auf mehrere Schultern – intern oder extern – verlagern, lassen sich auch mehrere Kanäle gut in für Ihr Employer Branding nutzen.

Sind Sie bereits auf einzelnen Kanälen mit Ihrem Employer Branding aktiv? Wenn ja: Wonach haben Sie diese ausgewählt? Teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen in den Kommentaren. Auch über Ihre Fragen zum Thema freue ich mich.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag.

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Martina Schäfer

Martina Schäfer unterstützt mittelständische Unternehmen dabei, leichter die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden. Sie berät zur Auswahl der passenden Kommunikationsplattformen und -inhalte. Außerdem ist sie Buchautorin, hält Vorträge und gibt ihr Wissen in Workshops und als Tutorin bei der Freien Journalistenschule weiter.